Gewinner:innen der Kategorie Landwirtschaftliche Betriebe

1. Platz: Simon Hof – Biodiversität & Wirtschaftlichkeit im landwirtschaftlichen Fokus

Der Simon Hof zeigt eindrucksvoll, wie Biodiversität und wirtschaftlicher Erfolg in der Landwirtschaft miteinander harmonieren können. Mit innovativen Ansätzen und einem tiefen Verständnis für ökologische Zusammenhänge schaffen Martina und Mario Payer einen vielfältigen Lebensraum, der weit über die klassischen Bewirtschaftungsformen hinausgeht. Streuobstwiesen bieten auf dem Hof Lebensraum für tausende Arten, während Kärntens erste Edelkastanien-Plantage nicht nur kulinarisch begeistert, sondern auch europaweit wissenschaftlich erforscht wird. Alte Getreidesorten wie Tauernroggen und klimafitte Eiweißpflanzen wie die Ackerbohne werden gezielt kultiviert, um die regionale Vielfalt zu stärken. Durch Biodiversitätsstreifen, Agroforstsysteme und Feuchtbiotope entsteht ein ökologisch wertvolles Mosaik, das den Hof zu einem Vorzeigebetrieb für nachhaltige, kleinstrukturierte Landwirtschaft macht. Die Familie Payer beweist mit ihrem Engagement, dass Naturverbundenheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit kein Widerspruch sein müssen – sondern gemeinsam eine zukunftsfähige Landwirtschaft ermöglichen.


2. Platz: Biohof „echt kraß“ – Wiederbelebung und Erhaltung traditioneller Gailtaler Streuobstwiesen

Mit viel Leidenschaft und Fachwissen widmen sich Leopold Feichtinger und Ulrike Petschacher vom Biohof „echt kraß“ in Hermagor der Pflege und Wiederbelebung traditioneller Gailtaler Streuobstwiesen. Auf rund 2,5 Hektar gedeihen über 170 Obstbäume, darunter viele alte und seltene Sorten, die nicht nur ökologisch wertvoll, sondern auch kulturell bedeutsam sind. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Erhaltung gefährdeter Haustierrassen wie dem Krainer Steinschaf, das einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität leistet. Mit dem Slow-Food-Presidio „Kletzen Alpe Adria“ setzen die beiden ein starkes Zeichen für die Rettung der traditionellen Kletzenbirne und deren kulinarische Wiederentdeckung. Durch Kurse, Führungen und Kooperationen mit Forschung und Bildungseinrichtungen wird ihr Wissen weitergegeben und das Bewusstsein für nachhaltige Landwirtschaft gestärkt. Das Projekt verbindet Naturschutz, Kulinarik und Bildungsarbeit auf beispielhafte Weise und zeigt, wie regionale Vielfalt aktiv erhalten und gefördert werden kann.


3. Platz: Kollnitzgreuther Bienenkistl – Unser Herzensprojekt

Mit ihrem „Herzensprojekt“ beweisen Karin Hinteregger und Christoph Weinberger vom Kollnitzgreuther Bienenkistl / vlg. Neuhäusl, dass auch kleinstrukturierte Landwirtschaft große Wirkung entfalten kann. Ihr Hof steht für eine mutige, zukunftsorientierte Landwirtschaft, die Artenvielfalt, Tierwohl und Regionalität in den Mittelpunkt stellt. Neben der Produktion von Honig, Propolis und Bienenwachsprodukten engagieren sich die beiden für die Erhaltung der gefährdeten Rasse Krainer Steinschaf und pflegen alte Streuobstbestände. Mit dem Fund und der Kultivierung des „Kollnitzgreuther Apfels“ haben sie sogar eine neue Sorte entdeckt – ein Symbol für die Vielfalt und Innovationskraft ihres Betriebs. Ein Olivenhain als Antwort auf den Klimawandel, Kooperationen mit Slow-Food-Initiativen und die konsequente regionale Vermarktung zeigen, wie vielfältig und nachhaltig Landwirtschaft gedacht werden kann. Das Projekt ist ein lebendiges Beispiel für den Mut, neue Wege zu gehen und dabei die Natur als Partner zu sehen.